Dyson CameraJet: Die Zahnbürste mit Kamera und künstlicher Intelligenz, die Ihre Mundhygiene revolutionieren will.

  • Dyson präsentiert CameraJet, eine elektrische Zahnbürste mit integrierter Kamera, künstlicher Intelligenz und automatischem Mundduschegerät, das die Zahnzwischenräume erkennt und im richtigen Moment Mundwasser freisetzt.
  • Das Gerät, das über sechs Jahre von 661 Ingenieuren entwickelt wurde und 38 Patente besitzt, analysiert 28 Bilder pro Sekunde und wurde mit mehr als 470.000 Zahnbildern trainiert, um die Reinigung zu optimieren.
  • Der Preis beträgt 479 Euro und beinhaltet eine Ladestation, eine spezielle Zahnpasta und Mundspülung sowie zwei Ausführungen: Ceramic Ultra Blue und Ceramic Pink.

Dyson CameraJet smarte Zahnbürste

Das britische Unternehmen Dyson hat einmal mehr bewiesen, dass Innovationen keine Grenzen kennen. Nachdem es die Welt der Staubsauger, Haartrockner und sogar Luftreiniger revolutioniert hat, widmet sich die von James Dyson gegründete Firma nun einem unerwarteten Gebiet: der Mundpflege. Das Ergebnis ist die Dyson CameraJet, eine elektrische Zahnbürste mit integrierter Kamera, künstlicher Intelligenz und einem automatischen Spülsystem, das die Zahnzwischenräume während des Putzens reinigt. Laut Herstellerangaben ist dieses Gerät das Ergebnis von sechs Jahren Entwicklungsarbeit, 661 Ingenieuren und 38 angemeldeten Patenten.

Die offizielle Markteinführung fand am 1. September in Paris statt, wo James Dyson ein Produkt vorstellte, das für Aufsehen sorgen dürfte. Die CameraJet ist mehr als nur eine elektrische Zahnbürste: Sie verfügt über eine 100.000-Pixel-Makrokamera unter dem Bürstenkopf, einen 12,5-Milliliter-Mundspülbehälter und ein Bildverarbeitungssystem, das 28 Bilder pro Sekunde analysiert. Das Ziel ist klar: Zahnzwischenräume zu erkennen und innerhalb von nur 100 Millisekunden, kurz bevor der Bürstenkopf darüberfährt, einen kegelförmigen Strahl Mundspülung abzugeben. Diese innovative Lösung verspricht, das lästige Zähneputzen mit Zahnseide überflüssig zu machen – eine Gewohnheit, die laut Unternehmensangaben neun von zehn Menschen nicht so oft anwenden, wie empfohlen.

Ein echtes Problem: die Mundhygiene, die wir vernachlässigen.

Dyson Zahnbürsten-Kameratechnologie

Dysons Ansatz ist absolut nachvollziehbar. Laut den vom Unternehmen präsentierten Daten verbringen wir durchschnittlich nur etwa 45 Sekunden mit Zähneputzen – deutlich weniger als die von Zahnärzten empfohlenen zwei Minuten. Hinzu kommt, dass fast jeder die Zahnzwischenräume auslässt, wo sich Plaque besonders gut bildet. Der Kontext ist hierbei von Bedeutung: Der WHO-Bericht „State of Global Oral Health 2025“ schätzt, dass weltweit fast 3.700 Milliarden Menschen an einer Form von Mundkrankheit leiden.

Dysons Lösung für dieses Problem der gleichmäßigen Reinigung besteht im Wesentlichen darin, dem Nutzer die Entscheidung abzunehmen. Das Gap Optical Targeting-System, basierend auf einem maschinellen Lernalgorithmus, der mit über 470.000 Zahnbildern trainiert wurde, erkennt Zahnzwischenräume und antizipiert, wann die Bürste an einem solchen vorbeifährt. Innerhalb von 100 Millisekunden nach der Erkennung wird ein kegelförmiger Strahl Mundwasser präzise auf diese Stelle abgegeben. Die Software des Geräts umfasst 16 Millionen Codezeilen – eine Zahl, die die technische Komplexität dieses kleinen Geräts deutlich verdeutlicht.

So funktionieren das Bewässerungssystem und die Kammer.

Dyson CameraJet Bürstenbewässerungssystem

Eines der auffälligsten Merkmale des CameraJet ist sein Spülsystem. Anders als herkömmliche Mundduschen, die mit einem nadelförmigen Wasserstrahl mit schmalem, laminarem Profil arbeiten, setzt Dyson auf eine breitere, konische Düse. Tests an einem in Zusammenarbeit mit dem College of Dentistry der National University of Singapore entwickelten Zahnbelagmodell zeigen, dass dieses Design die Entfernung von Plaque in einem einzigen Durchgang ermöglicht und dank des optimierten Betriebsdrucks schonender für Zahnfleisch und Zahnschmelz ist.

Der 12,5-Milliliter-Wassertank nutzt ein Antigravitationssystem mit Membranpumpe und Druckkammer, die sich während der Anwendung anpassen. Dies gewährleistet eine gleichbleibende Reinigungsleistung unabhängig von der Position der Zahnbürste, selbst bei horizontaler Haltung zur Reinigung der hinteren Mundbereiche. Die Ladestation ermöglicht das Nachfüllen des Tanks in nur drei Sekunden per Knopfdruck und erleichtert so die tägliche Anwendung. Zusätzlich ist ein Drucksensor integriert, der verhindert, dass zu viel Druck auf den Zahnschmelz ausgeübt wird.

Konnektivität, Datenschutz und ein eigenes Ökosystem

MyDyson App für smarte Zahnbürsten

Die Kamera des CameraJet dient nicht nur dazu, die Zahnzwischenräume mithilfe künstlicher Intelligenz zu finden. Dank WLAN- und Bluetooth-Verbindung können Nutzer in der MyDyson-App live sehen, was die Bürste in ihrem Mund erfasst. Diese Funktion mag zunächst etwas ungewohnt erscheinen, bietet aber unbestreitbare Vorteile: Man erkennt, welche Bereiche man richtig reinigt und welche man eher vernachlässigt. Die App bietet Abdeckungskarten, Anleitungen, erklärende Videos und personalisierte Informationen, um Nutzern zu helfen, ihre Putztechnik schrittweise zu verbessern.

Dyson hat sich in puncto Datenschutz klar positioniert. Rich Bacon, Leiter der Produktentwicklung, erklärte: „Wir verstehen die Bedenken der Menschen hinsichtlich des Datenschutzes und die Befürchtungen, die eine Kamera im Badezimmer auslösen könnte.“ Daher werden die Bilder weder auf dem Gerät noch auf dem Mobiltelefon des Nutzers oder in der Cloud aufgezeichnet oder gespeichert. Die Kamera ist nur während der Live-Ansicht oder der automatischen Bewässerung aktiv. Eine weiße LED leuchtet auf, sobald sie eingeschaltet ist, um den Nutzer darauf hinzuweisen.

Ein weiteres wichtiges Detail ist, dass der CameraJet mit einem eigenen Sortiment an Verbrauchsmaterialien ausgestattet ist. Die Zahnpasta ist SLS-frei formuliert, um minimalen Schaum zu erzeugen und Störungen des Gap Optical Targeting Systems zu vermeiden. Auch die Mundspülung ist schaumarm und speziell für die Verwendung mit dem integrierten Mundduschegerät entwickelt. Beide Produkte enthalten Natriumfluorid und sind in den Geschmacksrichtungen Ingwer-Minze und Grüne Minze sowie als Pfefferminz-Sensitive-Zahnpasta für empfindliche Zähne erhältlich. Dieses Vorgehen erinnert an die Tintenpatronenstrategie bei Druckern, wurde aber auf die Zahnpflege übertragen.

Preis und Verfügbarkeit in Spanien

Dyson CameraJet: Preis und verfügbare Farben

Die Dyson CameraJet ist jetzt auf der offiziellen Dyson-Website in Spanien für 479 € erhältlich. Das Set beinhaltet die Zahnbürste mit integrierter Munddusche, die Ladestation, Dyson Zahnpasta und Mundspülung sowie ein Reiseetui. Sie ist in zwei Farben erhältlich: Ceramic Ultra Blue und Ceramic Pink. Jeder Bürstenkopf ist mit einem RFID-Chip ausgestattet, der die Anzahl der Reinigungen erfasst und Sie benachrichtigt, wenn ein Austausch erforderlich ist. Das empfohlene Austauschintervall beträgt etwa drei Monate.

Der Preis positioniert die CameraJet zweifellos im Premiumsegment, deutlich über den Angeboten von Premium-Elektrozahnbürsten von Marken wie Philips Sonicare oder Oral-B. Dyson begründet diesen Unterschied jedoch mit der Kamera, dem Jet-System und den Konnektivitätsfunktionen und argumentiert, dass es sich nicht nur um eine einfache Zahnbürste, sondern um eine technologische Plattform für die Mundpflege handele. Es bleibt abzuwarten, ob Verbraucher bereit sind, diesen Aufpreis für ein Produkt zu zahlen, das letztendlich verspricht, eine Gewohnheit zu verbessern, die die meisten von uns täglich vernachlässigen.

Kurz gesagt, die Dyson CameraJet ist ein kühner Versuch, eine der alltäglichsten und universellsten Gesten neu zu erfinden: das Zähneputzen. Mit der Kombination aus Kamera, künstlicher Intelligenz, präziser Spülung und Konnektivität will das britische Unternehmen ein automatisches Ritual in ein informiertes und personalisiertes Erlebnis verwandeln. Der Preis ist hoch, und das geschlossene System mag Bedenken hervorrufen, doch niemand kann leugnen, dass Dyson einmal mehr bewiesen hat, dass durchdachte Ingenieurskunst selbst die einfachsten Gegenstände unseres Alltags revolutionieren kann. Die Frage ist nicht mehr, ob wir eine Zahnbürste mit Kamera brauchen, sondern ob wir bereit sind, dafür zu bezahlen.


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