
Marvel Studios bereitet sich auf das große Finale des Jahres vor. Anlässlich des Kinostarts von „Avengers: Doomsday“ am 18. Dezember hat das Studio beschlossen, den Film, der eine Ära beendete und die Tore zum Multiversum öffnete, zurück auf die Leinwand zu bringen. Es handelt sich um „Avengers: Endgame Encore“, eine remasterte und erweiterte Neuveröffentlichung des Films von 2019, die am 25. September in den spanischen Kinos anläuft. Das Datum ist kein Zufall: Ziel ist es, die Zuschauer optimal auf den Kinostart im Dezember vorzubereiten.
Die Ankündigung schlug wie eine Bombe in der Fangemeinde ein, die wochenlang über eine mögliche Rückkehr des erfolgreichsten MCU-Films spekuliert hatte. Jetzt, da die Marketingmaschinerie auf Hochtouren läuft, ist der Film mit spannenden neuen Features zurück: vier Minuten zusätzliches Filmmaterial, eine spezielle Einführung und nie zuvor gesehene Inhalte, die als direkte Brücke zu „Doomsday“ dienen sollen. Die Frage ist: Was soll dieser Schritt? Laut Studio soll damit eine narrative Verbindung zwischen dem finalen Kampf gegen Thanos und dem neuen Handlungsbogen um Doctor Doom, gespielt von Robert Downey Jr., geschaffen werden. Eine Möglichkeit, das kollektive Gedächtnis aufzufrischen, bevor der Bösewicht alles auf den Kopf stellt.
Die Rückkehr von Marvels epischstem Kampf
Der Originalfilm, der 2019 erschien, entwickelte sich zu einem absoluten Phänomen. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 2.700 Milliarden US-Dollar hielt er mehrere Jahre lang den Titel des erfolgreichsten Films aller Zeiten. Nach der Wiederveröffentlichung von Avatar mit zusätzlichem Material musste er diese Position zwar abgeben, doch nun könnte er sie zurückerobern. Die Encore-Version wurde dafür überarbeitet und bietet eine deutlich verbesserte Helligkeit, eine höhere Farbsättigung sowie technische Anpassungen, die die Projektionsmöglichkeiten von IMAX und Infinity Vision optimal nutzen.
Die Vorführungen in diesen Premium-Formaten bieten einen ganz besonderen Mehrwert: eine exklusive Vorschau auf Avengers: Doomsday, die nicht in regulären Kinos gezeigt wird. Dieses Bonusmaterial, das laut einigen Quellen die ursprünglich angekündigten vier Minuten überschreiten könnte, soll Hinweise auf den Zusammenhang zwischen der Zeitreise der Avengers und dem Auftauchen von Doctor Doom liefern. Die Russo-Brüder, Regisseure des Originals und der Wiederveröffentlichung, haben bereits gewarnt, dass Zuschauer, die den Film damals gesehen haben, keine Ahnung haben, was sie erwartet. Das will schon was heißen.

Was ist Infinity Vision und warum ist es Disneys neuester Trend?
Die Wiederveröffentlichung von „Avengers: Endgame“ diente auch als Testfeld für Infinity Vision, die neue Qualitätszertifizierung, die Disney für seine ambitioniertesten Projekte entwickelt hat. Diese Kombination aus Bild und Ton verspricht ein völlig neues Kinoerlebnis mit spezieller Projektorkalibrierung, immersiven Audiosystemen und zertifizierten Vorführbedingungen. Nicht alle Kinos werden diesen Service anbieten können, und in Spanien ist die Liste derzeit auf wenige Kinos beschränkt.
In Madrid und Saragossa stehen bereits einige Spielorte fest. Die Palafox-Kinos in der Hauptstadt zeigen den Film in IMAX, während das Aragonia in Saragossa das Infinity Vision-Erlebnis bietet. Letzteres Kino ermöglicht es den Zuschauern außerdem, zwischen synchronisierten Vorführungen, Vorführungen in der Originalfassung mit Untertiteln und 3D-Vorführungen zu wählen – eine ungewöhnliche Vielfalt. Für andere Städte sollte man die jeweiligen Spielpläne der Kinoketten im Auge behalten, wobei alles darauf hindeutet, dass die großen Kinoketten den Film vor der Premiere zeigen werden.
Der Ticketverkauf startete am 1. September über die offizielle Website der Marvel Studios, und ersten Berichten zufolge ist die Nachfrage extrem hoch. In einigen beliebten Kinos sind die Vorstellungen am 25. bereits fast ausverkauft, insbesondere in Premium-Sälen. Das ist kaum verwunderlich: Neben den verlockenden zusätzlichen Minuten wird das Event mit einem viralen Video beworben, das die Reaktionen des Publikums bei der ursprünglichen Premiere 2019 zeigt – mit weinenden, applaudierenden und jubelnden Zuschauern. Ein wahrhaft emotionaler Moment.
Eine Strategie, die über die Kinokassen hinausgeht
Marvel Studios betont, dass es bei dieser Wiederveröffentlichung nicht nur ums Geld geht. Der Film erzielte damals bereits astronomische Gewinne, sodass sich das Unternehmen nun noch ambitioniertere Ziele setzen kann. Es geht darum, die emotionale Bindung des Publikums zu den Charakteren im Vorfeld von Doomsday neu zu stärken und gleichzeitig das neue Infinity-Vision-Format als Qualitätsstandard für zukünftige Filme des Studios zu etablieren. Quellen aus dem Umfeld des Projekts zufolge sollen sowohl die Wiederveröffentlichung als auch zukünftige Produktionen diese Technologie nutzen, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Allerdings spielt auch der rein kommerzielle Aspekt eine Rolle. Aktuell ist „Avengers: Endgame“ der zweiterfolgreichste Film weltweit, direkt hinter „Avatar“. Mit den nie zuvor gezeigten Szenen und den vielversprechenden Trailern zu „Doomsday“ hofft das Studio auf eine Wiederholung des Erfolgs der Wiederveröffentlichungen der letzten Jahre. Tatsächlich wird spekuliert, dass „Avengers: Endgame Encore“ dank dieses finalen Schubs sogar zum erfolgreichsten Superheldenfilm aller Zeiten werden könnte.
Welchen Beitrag leisten diese zusätzlichen vier Minuten?
Das Geheimnis um die zusätzlichen Szenen bleibt ungelöst. Marvel hat ihren Inhalt noch nicht bestätigt, doch es sind bereits zahlreiche Theorien entstanden. Die gängigste Theorie deutet direkt auf Steve Rogers und seine Zeitreise hin, um die Infinity-Steine ​​zurückzuholen. Die Idee, dass Captain America dabei etwas verändert haben könnte, ist nicht neu, und diverse Fanforen diskutieren diese Möglichkeit schon seit Jahren. Hayley Atwells Auftritt in „Doomsday“ hat die Spekulationen über ein mögliches Wiedersehen der beiden Charaktere nur noch weiter angeheizt.
Die Russo-Brüder haben angekündigt, dass das Bonusmaterial die Wahrnehmung des Films verändern wird. In einem Interview mit Fandango erklärten die Regisseure, dass Zuschauer von „Avengers: Endgame“ aus dem Jahr 2019 „damit nicht gerechnet haben“. Solche Aussagen deuten darauf hin, dass die neuen Szenen in „Avengers: Endgame“ keine bloße Ergänzung darstellen, sondern wichtige Handlungspunkte für die Zukunft des MCU enthalten könnten. Es wird außerdem spekuliert, dass die zusätzlichen Szenen eine erweiterte Version der finalen Schlacht zeigen – etwas, das die überarbeiteten visuellen Effekte so einfach wie nie zuvor machen.
Der Hype wächst stetig. Die Aussicht auf einen ersten Blick auf „Doomsday“ lockt ein breites Publikum an: von Veteranen, die das Kinoerlebnis noch einmal genießen möchten, bis hin zu Neueinsteigern, die den Film beim ersten Mal verpasst haben. Der Ticketverkauf hat bereits begonnen und die Werbekampagne läuft – „Endgame Encore“ ist das Kinoereignis des Monats.

Weitere Marvel-Leckerbissen im Taschenformat
Die Ankündigung dieser Wiederveröffentlichung war nicht die einzige. Während der D23, Disneys jährlicher Messe, nutzte das „Haus der Ideen“ die Gelegenheit, mehrere Projekte vorzustellen, die in den kommenden Monaten mit Sicherheit für viel Aufsehen sorgen werden. Am meisten diskutiert wurde ein neuer X-Men-Film, der für 2028 geplant ist und mit einer hochkarätigen Besetzung aufwartet: Sadie Sink als Jean Grey, Kit Connor als Cyclops, Adam Driver als Mister Sinister und – zur Überraschung vieler – Samara Weaving und Inde Navarrette in noch nicht bestätigten Rollen.
Die Dreharbeiten zu VisionQuest, der Serie, die Visions Geschichte unabhängig fortsetzt und vor dem Hintergrund der Ereignisse von WandaVision spielt, wurden ebenfalls bestätigt. Ein offizielles Veröffentlichungsdatum steht zwar noch nicht fest, die Produktion soll aber 2027 beginnen. Es gab bereits Gerüchte über einen möglichen Auftritt von Ultron als Hauptantagonist. All dies, zusammen mit der Wiederveröffentlichung von Endgame, ergibt eine klare Strategie: dem Franchise einen nostalgischen Schub zu geben und gleichzeitig die Türen für eine stetig wachsende Zukunft zu öffnen.
Streaming-Verfügbarkeit und wichtige Termine
Eine der größten Fragen rund um „Avengers: Endgame: Encore“ betrifft die Veröffentlichung auf Disney+. Obwohl das Unternehmen dies noch nicht offiziell bestätigt hat, behaupten Branchenkenner, dass die erweiterte Fassung im Laufe der Zeit im Katalog der Plattform erscheinen wird. Üblicherweise wird bei solchen Veröffentlichungen davon ausgegangen, dass sie zwischen Oktober und November dieses Jahres verfügbar sein könnte, sofern der Kinostart nicht verlängert wird. Die Tatsache, dass auf der US-Version von Disney+ eine Seite exklusiv für diesen Titel eingerichtet wurde, verstärkt diese Erwartungen.
Es ist jedoch möglich, dass der Originalfilm vorübergehend aus dem Katalog entfernt wird. Dies geschah bereits bei anderen Filmen von James Cameron, und es wäre nicht überraschend, wenn Disney dieselbe Strategie anwenden würde, um den Kinostart der erweiterten Fassung zu schützen. Wer sich den Kinobesuch sparen möchte, sollte wissen, was zu tun ist: Entweder man beeilt sich oder man muss warten, bis das Unternehmen entscheidet, wann der Film wieder auf der Plattform verfügbar sein wird. Bis dahin sind Kinos – zumindest in den ersten Wochen – die einzige Möglichkeit, den Film zu sehen.
International fällt der Kinostart des Films mit anderen großen Veröffentlichungen wie DreamWorks' „Die vergessene Insel“ und dem Thriller mit Brad Pitt zusammen, weshalb ein harter Kampf an den Kinokassen zu erwarten ist. In Spanien läuft der Film ebenfalls zeitgleich mit der erweiterten Jubiläumsfassung von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ zum 25-jährigen Bestehen, allerdings überschneiden sich die beiden Kinostarts nur wenige Tage.
Die nächsten Monate versprechen also spannend zu werden für das Superhelden-Genre. Marvel will bis Dezember voll durchstarten. Und nebenbei wollen sie die Kinosäle füllen, bevor Doctor Doom auf der Leinwand für Chaos sorgt.
